Blut spenden mit Tattoo und Piercing …

[lang_de]Die Rahmenbedingungen um Blut spenden zu dürfen sind ja nun nicht gerade bekannt dafür besonders rücksichtsvoll oder individuell zu sein – können sie (vermutlich) auch nicht weil es ja immerhin um ein Medizinprodukt geht, besser gesagt um eine Bluttransfusion von Mensch A zu Mensch B.

Das ganze ist also eine heikle Sache und so ist man auch nicht zimperlich mit der Ausgrenzung von Risikogruppen. So umfasst die Liste der dauerhaften Ausschlusskriterien für eine Blutspende verschiedene Krankheiten (HIV, Hepatitis usw.) aber auch Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, männliche und weibliche Prostituierte und Männer, die Sex mit Männern haben (letzteres ist eher so ein Ding das ich nicht verstehen kann weil mit wem man Sex hat ist ja eigentlich unerheblich – warum sollte ein sich gegenseitig treues Männerpaar ungeeigneter sein als eine Mann/Frau Paarung? Das Risiko wäre doch eher die Anzahl der Sexual-Kontakte!? Aber dazu später mehr!).

Der eigentlich (für diesen Blog) wichtigere Teil sind die zeitweilige Ausschlusskriterien – hier kommen so Dinge zum Tragen wie Schwangerschaften, kürzlich vergangene Operationen und zu häufiges Blutspenden (Limit pro Jahr Mann = 6 und Frau = 4 mal) aber eben auch Piercing oder Tattoo, die in den letzten 4 Monaten gemacht wurden (früher mal 1 Jahr, in manchen Gebieten 6 Monate oder auch nur bezogen auf Träger von Intimpiercings (?) und so weiter).

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Die Begründung für das „Piercing- und Tatooverbot“ ist die so genannte diagnostische Lücke – das ist der Zeitraum zwischen einer Infektion und der (meist 99%igen) Nachweisbarkeit dieser durch einfache Blut-Tests. Bei einer HIV Infektion beträgt dieser Zeitraum z.B. 12 Wochen – in der Zeit hat im Falle einer Ansteckung der Körper genug Antikörper gebildet, die nachgewiesen werden können!

Soweit die Lage der Fakten und wie das eben so ist, wenn Statistik auf Realität trifft, kommt es zu „Ungereimtheiten“ – so führt gleichgeschlechtlicher Sex unter Männern sicher nicht zu HIV und ein Piercing nicht zu Hepatitis oder anderen Krankheiten aber es gibt eine irgendwie hergeleitete Wahrscheinlichkeit durch die dann eine solche „Risikogruppe“ gebildet wird. Der „Irrglaube“ das Aids eine „Schwulenkrankheit“ ist, hält sich in Deutschland dank des Transfusionsgesetzes hartnäckig und wird pauschal mit der Statistik der prozentual „Aidskranken Schwulen“ gestützt; im Klartext bedeutet das: Alles bleibt wie es ist solange der Prozentsatz an HIV-Infizierten unter Homosexuellen höher ist als in der übrigen Bevölkerung. Klingt „dumm“, ist aber gängige Praxis und wird als alternativloser Pragmatismus abgetahn. Das es anders geht, sieht man am beispiel selbst vermeintlich konservativer EU Staaten wie Spanien und Portugal, dort gibt es eine solche Beschränkung nicht (mehr).

Die ganze Sache mit der Statistik ist also ohnehin schon ein „Tanz auf dem Vulkan“ – aber ganz abenteuerlich wird es in Sachen Tattoo/Piercing – hier gibt es nämlich nicht einmal eine Statistik (ich habe lange recherchiert und nichts gefunden, wer mehr weiß möge sich bitte melden), ja nicht einmal eine einfache Erhebung wurde durchgeführt, sondern die bloße „technische“ Möglichkeit einer Ansteckung reicht. Die wollen wir an dieser Stelle ja auch erstmal grundsätzlich nicht in Frage stellen – die Haut ist nen super Schutz gegen z.B. HI Viren und beim Tätowieren und Piercen wird dieser Schutzmantel nunmal durchstoßen – bei der Fußpflege, im Nagelstudio und bei der Akupunktur und in zahlreichen anderen „Dingen des Alltags“ allerdings auch!? Wenn man also mal den „statistischen Gedanken“ konsequent weiter denkt, muss man sich als nächstes Fragen warum Küchenpersonal Blut spenden darf – statistisch haben die mit mehr (oft kleinen) Schnittwunden und Kratzern zu kämpfen als der Durchschnitt der Bevölkerung oder Hausfrauen? Ach, ja und überhaupt – HAUSFRAUEN, ja die Hausfrauen leben ohnehin gefährlich die dürften sowieso nicht spenden! Generell müsste man eigentlich Frauen komplett ausklammern, die haben prozentual gemessen am Rest der Bevölkerung häufiger Ohrringe, welche bekanntlich zu 99% mit Pistolen in einem (dafür eigentlich ungeeignetem) Juweliergschäft geschossen werden, wärend Piercing und Tattoo Studios hingegen inzwischen seit Jahren strengen Richtlinien und Hygienevorschriften unterliegen (das war sicher früher einmal anders – aber wir reden ja vom Hier und Jetzt!).

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Angesichts der stets knappen Blutreserven ist also dringend Handlungsbedarf und ausgerechnet die (konservativen) USA machen es vor! Dort hat man das Problem erkannt; im Bundesstaat Ilinois alleine wurden laut Auskunft der Blutspendecenter täglich ~150 Leute wegen Tattoo und Piercings abgelehnt und gut 25% der Bevölkerung dort (und evtl. sogar noch mehr) sind inzwischen tätowiert und/oder gepierct. Also gibt es dort seit kurzem eine Regulierung der Piercing und Tattoo Studios und die Blutspende-Richtlinien wurden der neue Situation angepasst. Wer sich dort unter professionellen (regulierten) Bedingungen hat tätowieren oder piercen lassen, kann schon am nächsten Tag (theoretisch zumindest, tatsächlich sollte man es ruhig angehen und erstmal nen Tag Pause machen 😉 …) Blut spenden: Getting A Tattoo No Longer Affects Blood Donation … andere Staaten wollen dem Beispiel folgen – ich bin gespannt!

Zu guter Letzt hätte ich jetzt gerne noch eine Statistik bemüht, hab aber leider keine entsprechende gefunden, also nenne ich es mal eine „gefühlte Statistik“ (passt ja gut in disen Blog) und überlasse die Antwort dem Leser! Was meinst du:

Nehmen wir mal die Gruppe der sich regelmäßig piercen und tätowierenden Menschen – wäre nicht eine statistische Mehrheit dieser jung (oder im besten Alter 😉 …), gesund (man muss / will ja sein Tattoo oder Piercing gut verpacken), vital und Körperbewusst? Wären das also nicht ideale Blutspender?[/lang_de]

[lang_en]No english translation yet – but it is about donating blood as a tattooed and pierced person which should be possible if it is done in a regulated enviroment just like Illinois did: Getting A Tattoo No Longer Affects Blood Donation[/lang_en]

Tattoo regulation fruits … (?)

[lang_de]Schwarzen Schafen an den Kragen!
Mittlerweile gibt es ja in vielen Ländern eine Regulierung für Tattoo und Piercing meist beschränkt es sich auf die Vorgabe der notwendigen Hygienerichtlinien und Rahmenbedingungen, anderswo sind aber auch Altersbeschränkungen erlassen und Lizensierungen und sogar Prüfungen notwendig um ein Tattoo oder Piercing an den Mann (oder Frau) zu bringen.
Die meisten „Regulierungen“ teilen sich aber einen Schwachpunkt (mal abgesehen von inhaltlichen Unterschieden und Schwachstellen) und das ist die Durchsetzung. In kaum einem Land gibt es zuständige Kontrollöre und ein entsprechenden Sanktionen-Katalog, wie man ihn z.B. aus dem Lebensmittelbereich (Gesundheitsamt / Kontrolle von Gaststätten usw.) kennt.

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In Deutschland wäre eine entsprechende „Zuständigkeit“ (gepaart mit der nötigen Fachkomptenz) auf jeden Fall wünschenswert, in manchen Regionen der Welt gibt es das aber auch schon – so wurde jetzt einem Tätowierer (oder sagen wir lieber Scratcher …) in Edmonton, Kanada eine empfindliche Strafe aufgebrummt und der Laden dicht gemacht weil entsprechende Nachweise für ein hygienisches Arbeiten fehlten. Der Lümmel scheint ein echtes schwarzes Schaf zu sein, weil ihm bereits schon einmal der Laden geschlossen wurde, aber jetzt gehts ihm dank neuer Regulierung richtig an den Kragen:

Tattoo artist receives big fine

Regulierung und harte Strafen sind zwar ein augenscheinlich schönes Instrument aber das ganze ist natürlich auch ein zweischneidiges Schwert – auf der einen Seite gibt es in vielen Bereichen klar die Tendenz zur Überregulierung und auf der anderen Seite trifft eine Regulierung immer nur die tatsächlich legal Gewerbetreibenden, wobei die wirklichen schwarzen Schafe ja leider meist „schwarz“ Arbeiten und damit schwer greifbar sind und auch nicht wirklich unter die Regulierung des Gewerbes fallen.

Es bleibt schwierig, aber es bewegt sich einiges![/lang_de]

[lang_en]Meanwhile we have tattoo regulations in many countries – some are only focused on hygiene others include age regulation for getting pierced and tattooed or force licensing (event tests / exams) for opening a tattoo or piercing studio! But all of those regulations (so far) have ONE thing in common – they are poorly enforced. If you compare it to food regulation and checkups on restaurants and bars you’ll see that virtually nothing is happening. OK, there are more bars and restaurants than piercing and tattoo studios (although sometimes it does not feel like it) but still cities / counties and states could put more effords into it!

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But there is hope – lately a scratcher in Edmonton, Canada has been put out of business (hopefully for the last time, since he already was known for beeing a dirtbag):

Tattoo artist receives big fine

Regulation and high fines seem to be a good thing to put „black sheeps“ out of business but only on first look … if you really look at the situation it becomes obviouse that the real scratchers are not working legally and with no business running they would be not „touched“ by business regulations. So … does it really help?

In my opinion it does but it is not enough! Still the key is customer education, so instead of keeping the topics tattoo and piercing out of school informations should be made available to everybody! Even if there will still be „idiots who feed the dirtbags“, it would have an impact on the situation because sooner or later you even reach those recless bastards and maybe they use the remaining parts of their brain to rething their enviroment and what they do to people 😉 … what do you think? Please comment![/lang_en]

Sterile Handschuhe

[lang_de]Hier ein Ausschnitt einer kleinen Fotostrecke die ich 2005 mal gemacht habe wie man sterile Handschuhe anzieht und seinen Piercing / Tattoo Arbeitsplatz aufbaut … was soll ich sagen … is heut noch so ;-)) … ich wollte da immer mal nen Artikel drüber schreiben und ich denke das kommt auf die lange Liste der Dinge die ich immer mal tun wollte … wobei eigentlich wäre das ein Thema für ne BMXnet eV Arbeitsgruppe :)[/lang_de]

[lang_en]Here is a little part of some Foto-Dokus I did back in 2005 about how to put on sterile gloves and set up a tattoo / piercing workplace and stuff … guess what … today it’s still kinda the same ;-)) … something for my list of things I always wanted to do but never had time for … some documentation on hygine … but who am I to do such a thing … it might be a nice thing for BMXnet to do ;-))[/lang_en]

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Sterile Handschuhe / Sterile Gloves
Sterile Handschuhe / Sterile Gloves

Independent Piercers Meeting

[lang_de]Das unabhängige Piercer-Treffen (hier Okt. 2006) eine der Inspirationen, die später dann zur Gründung des BMXnet e.V. geführt haben![/lang_de]

[lang_en]The independent Piercers Meetings (here Oct. 2006) were one of the inspirations that lead later to the launch of BMXnet e.V.![/lang_en]

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Piercertreffen Unperfekthaus 10 / 2006
Piercertreffen Unperfekthaus 10 / 2006

Rolf and Chris in Love…

[lang_de]Rolf und Chris beim rumblödeln auf der BMXnet Conference 2009 – dazu folgen auch noch einige Bilder – hab von allen BMXnet Conference ordentlich Bildmaterial und auch von den Piercertreffen die ein Ursprung des BMXnet eV waren! Recht interessantes Material![/lang_de]

[lang_en]Rolf and Chris making fun at the BMXnet Conference 2009 – another thing I have tons of pictures from … I have been taking pictures at all BMXnet Conferences and also the „Independent Piercers Meeting“ that was one of the origins of BMXnet eV! Pretty interesting stuff![/lang_en]

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Rolf + Chris in Love
Rolf + Chris in Love

Die Piercing Bibel – von Elayne Angel

[lang_en]Sorry, no english yet![/lang_en]

[lang_de]Da ich Elayne ja Mitte Januar auf der APTPI Conference getroffen habe und auch ihren Vortrag besucht habe – hier einmal ein Artikel den ich letztes Jahr über ihr Buch, die Piercing Bible, geschrieben habe:

Elayne Angel - The Piercing Bible
Elayne Angel - The Piercing Bible

Es ist schwer einen Artikel über Piercings zu schreiben, der den Leser über Risiken informiert und alle Fakten und Wissenswertes zum betreffenden Piercing enthält, gleichzeitig aber nicht „zu viele“ Informationen preis gibt um nicht als „Do It Yourself“-Anleitung zu gelten. Das haben wir mit dem Expand auch schon erfahren dürfen, so absurd der Vorwurf auch scheinen mag, es gibt immer wieder Leute, die meinen, dass z.B. unser „expanded Piercing-ABC“ einer Anleitung gleich kommt. Eine Zwickmühle – so scheint es!
Dabei ist es im Grunde ganz einfach! Entscheidend sind die Herangehensweise und die Zielrichtung des Artikels. Man kann es nicht allen recht machen und man kann auch nicht verhindern, dass jede Art verfügbarer Information von „einfachen Gemütern“ als Anleitung oder gar Ausbildung begriffen wird. Darüber hinaus ist in Zeiten des Internets ohnehin eines massig verfügbar – und das ist „Information“; leider zu oft aus zweifelhafter Quelle oder gar widersprüchlich. Es ist also durchaus legitim und wichtig falsche oder riskante Informationen herauszufiltern und auch umfassend und „gut“ zu einem Thema zu informieren.
Dabei gibt es selbstverständlich immer verschiedene Wege zum Ziel, eine universelle Wahrheit oder der richtige Weg ist gerade beim Thema Piercing meist nicht gegeben.
Es gibt zahlreiche Wechselwirkungen in der Pflege, bei Schmuckeinsatz und -kombination und so weiter – deshalb sind einzelne Informationen vielleicht richtig, aber nicht allgemein anwendbar – da hilft nur umfassende Aufklärung.
Etwas, das wir im Expand isoliert für jedes Piercing oder einzelne Bereiche der Bodymodification versuchen, aber was es in vollem Umfang noch nicht gibt. „Nicht gab“, muss es jetzt heißen, denn genau das ist es, was die „Piercing-Bibel“ darstellt: Ein umfassendes Werk zum Thema Piercing.
Auf der ganzen Welt mag es vielleicht nur eine Hand voll Leute geben, die ein solches Werk aus eigener Feder aufs Papier bringen können oder sich überhaupt an ein solches Werk heranwagen würden. Elayne Angel hat es jetzt getan und es hätte wohl kaum eine besser geeignete Person geben können. Elayne ist ein „Piercingpionier“ mit mehr als 20 Jahren Erfahrung und (nach eigenen Angaben) sicher mehr als 40.000 gestochenen Piercings. Darüber hinaus hält Elayne schon seit mehr als 10 Jahren Vorträge zum Thema Piercing und Körperschmuck und schrieb bereits für mehrere Magazine Kolumnen und Artikel. Dort und in zahlreichen E-Mails beantwortete sie Fragen und engagierte sich beim APP in Sachen Fortbildung für Piercer und der Etablierung von Hygienestandards und Gesetzgebung.
Doch mit all diesen Aktivitäten über all die Jahre war es natürlich dennoch nicht möglich die „Masse“ an Leuten zu erreichen, die heute mit dem Thema Piercing zu tun haben und sich damit beschäftigen. Der logische nächste Schritt war also das Buch, ein umfassendes Werk zu Piercings, das eventuell 99% der Fragen auf über 300 Seiten beantwortet. Die Idee der Piercing Bibel war so schon vor einigen Jahren geboren – es hat verständlicherweise sehr lange gedauert, das Werk auf die Beine zu stellen.
Natürlich schreibt sich so ein Buch nicht alleine und zahlreiche Kollegen und „Größen der Szene“ haben Elayne dabei unterstützt. Die Liste der Unterstützer liest sich wie das Who-is-Who der Piercingwelt. Mit dabei sind (dem Expand Leser sicher bekannte Namen) Paul King, David Vidra, Bethra Szumski, Didier Suarez, Dominic Klumpe, Eric „Sque3z“ Anderson, Jason Pfohl, Erica Skadsen und einige mehr.
Das Buch ist in sieben Teile gegliedert, die es vom Aufbau sowohl erlauben bei generellem Interesse das ganze Werk einfach vom Anfang bis zum Ende durchzulesen als auch bei speziellen Fragen gezielt nachzuschlagen. Der erste Teil (The New Piercing) widmet sich dabei der Geschichte des Piercings, sowohl der historischen und ursprünglichen Form als auch der Geschichte des „modernen Piercings“.
Der zweite und dritte Teil (Groundwork and Preliminary Considerations und Piercing Preparation) richten sich an den „Piercingneuling“ und enthalten eine „Liste“ aller Dinge, an die man denken sollte und die man wissen sollte, bevor man sich an sein erstes Piercing heranwagt. In Teil 4 (The Holes) werden alle gängigen Piercings im Detail beschrieben und es wird auf ihre Besonderheiten eingegangen.
Hier finden sich dann z.B. Infos über mögliche Platzierungen und Schmuckgrößen und Formen für den Ersteinsatz und das spätere Tragen. Der fünfte Teil (Healing and Aftercare) widmet sich der Nachsorge und Piercingpflege und geht auch auf die gängigsten Beschwerden und Probleme dieser Phase ein und bietet allgemeine grundlegende Hilfen, wie man sein Piercing in den Griff bekommt. Den täglichen Umgang mit dem ausgeheilten Piercing und worauf man im Alltag achten muss beschreibt der sechste Abschnitt (Living with Your Piercing), wobei auch auf weitere „Optionen“ wie zum Beispiel das Dehnen eines Piercings eingegangen wird. Der letzte Teil des Buches (Piercing in Modern Culture) bietet einen Ausblick auf die Zukunft des Body-Piercings und beinhaltet auch einen Abschnitt, in dem es darum geht, wie man selbst ein Piercer werden kann und was dabei zu beachten ist.
Die ersten Reaktionen auf das Buch sind – je nachdem wen man fragt – sehr unterschiedlich. Das geht von: „Oje, wenn das Buch raus ist, gibt es auf einen Schlag 1.000 neue Piercer, die Sachen tun, die sie besser noch sein lassen sollten“, bis hin zu: „Sehr gut! Genau so etwas hat schon immer gefehlt – ein umfassendes Grundlagenwerk, das eine solide Basis bildet, auf der man aufbauen kann“. Vermutlich liegt die Realität irgendwo dazwischen – klar Aufklärung geht immer vor und der Bereich Piercing steckt voller unerkannter oder unterschätzter Gefahren. In der Wahrnehmung der meisten Leute ist ein Piercing ja „nur“ ein Loch irgendwo am Körper, wo dann Schmuck getragen wird und wenn man es nicht mehr will, dann nimmt man den Schmuck raus und das Loch schließt sich. Oberflächlich betrachtet sicher eine nette Zusammenfassung, aber schaut man einmal genauer hin, dann gibt es beim Piercing – im Vergleich zum Tattoo – doch viel mehr Risiken und Gefährdungen. Das geht vom Herausreißen und dem Hängenbleiben des Schmucks über heftige Narbenbildung, Wildfleisch und Herauswachsen bis zu bakteriellen oberflächlichen Entzündungen, aber im extrem seltenen Fall auch zu chronischen und folgenschweren Infekten. Dazu kommt der alltägliche Umgang mit Piercingschmuck. Sowohl der Träger als auch sein Umfeld oder behandelnde Ärzte müssen den richtigen Umgang damit lernen oder grundlegende Regeln beachten oder Risiken erkennen und richtig handeln. Dazu kommt, dass es „Märchen und Mythen“ gepaart mit Halbwissen und oberflächlichen Abhandlungen in die akademische und medizinische Literatur geschafft haben, und sich durch wiederholtes Rezitieren immer weiter festigen. Mit einigen dieser pseudowissenschaftlichen Irrläufern und Mythen räumt das Buch im Übrigen auf.
Das Werk ist also eigentlich „ein Muss“ für jeden Piercingbegeisterten, aber auch Skeptiker. Dabei bleibt es natürlich „nur“ ein Buch! Eine MENGE Leute haben bis heute ihre Piercings ohne dieses Buch bekommen und auch ohne dieses Buch „überlebt“ und wie anfangs schon geschrieben, gibt es immer viele Wege zum gleichen Ziel, aber einige Wege sind eben weniger steinig oder führen einfach schneller zum Ziel. Genau dabei hilft diese „Bibel“: Wege zu gehen, die erprobt sind und sich bewährt haben. Lösungen zu erfahren ohne Fehler der Vergangenheit wiederholen oder „erleiden“ zu müssen.
Das Buch hat – für den deutschen Markt und damit unsere Leserschaft – nur ZWEI Nachteile. Zum einen ist es komplett in Englisch und eine deutsche Übersetzung ist zwar in Arbeit, aber noch nicht in Sicht und zum Zweiten ist es (noch) sehr auf den Amerikanischen Markt und die Situation und Pflegegewohnheiten dort zugeschnitten. Es müsste also nicht nur übersetzt, sondern auch ein wenig überarbeitet werden um auch der deutschen (europäischen) Gemeinde eine Bibel zu werden. Allerdings sind die Unterschiede minimal und die Texte auch in Englisch noch recht gut verständlich – das Ding ist uns also eine Empfehlung wert! Dazu kommt, dass das Buch durchweg in schwarzweiß gedruckt ist und damit recht günstig zu haben ist. Der Normalpreis liegt bei 20 US-Dollar; bei Amazon ist es schon für rund 15 € inkl. Versandkosten zu haben, eine Summe die sicher jeder gerne investiert!
Zu guter Letzt noch der Hinweis: „Kids, don‘t try this at home!“. Das Buch ist eben KEINE Piercinganleitung! Wer danach sucht, sollte sich das Buch allerdings trotzdem kaufen, denn es ist sicher eine gute Basis, von der aus man sich darum bemühen kann den Beruf eines Piercers zu erlernen. Der erste Eignungstest kommt dabei gratis ins Haus, denn wer es nicht schafft 300 Seiten zum Thema so zu lesen, dass er sie fast auswendig kann, der sollte den Wunsch ein Piercer zu werden direkt wieder aufgeben.
Denn ein Piercer zu sein, bedeutet ein ganzes Berufsleben lang zu lernen und sich auf dem neusten Stand des Faches, der Hygiene und der Medizin zu halten um jedem Kunden das „beste“ und „richtige Piercing“ zu stechen.

www.piercingbible.com

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Bye, bye APTPI

[lang_de]Es war (mal wieder) eine super Conference, die Klassen von Elayne Angel und Pat Tidwell waren ein wahrer krönender Abschluss am Sonntag und hier ein paar Bilder des Bankett-Dinners vom Samstag, wie man sieht war die Stimmung gut und das Essen lecker![/lang_de]

[lang_en]It has been (again) a great conference and Elayne’s and Pat Tidwells Class on Sunday have been a highlight and perfect endig for a great weekend. the pictures here have been taken at the banquet-dinner saturday and as you can see everybody was amused and had fun and enjoyed the food![/lang_en]

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BdT - Enjoying APTPI Conference 2010
BdT - Enjoying APTPI Conference 2010

APTPI Conference 2006

[lang_de]Kommen wir zurück zur APTPI Conference in Italien … ich sagte es bereits einige male … die Vorfreude auf diesen Event steigt mit jedem Tag (die 2. internationale Conference findet nächstes WE statt).

Die 2006er Conference (hab übrigens eine Bildergalerie dazu hochgeladen: APTPI Conference 2006) war nicht meine erste Conference überhaupt oder so, ich war schon auf APP Conferences in Las Vegas und Amsterdam und auf einer OPP Fortbildung und so weiter … aber diese Conference 2006 war doch ein sehr prägendes Erlebnis für mich – zum ersten mal war ich auf einer Conference, die Tätowierer und Piercer unter einem Dach eint und das fand und finde ich GENAU richtig. Als das „unabhängige Piercertreffen“ irgendwann zum BMXnet e.V. wuchs war es mir ein besonderes Anliegen mich dafür stark zu machen das auch Tattoo und BodyModification auf eine Conference gehören und die BMXnet Conference war dann (in Deutschland) ja auch die erste auf der Welt die alle von uns so geliebten Disziplinen der Körperverschönerung auf einem Event einte![/lang_de]

[lang_en]Again the picture of the day is an italian one and again it is the APTPI … I already bloggt it a hundered times I can’t wait to come back to Italy for this weekends APTPI Conference!

The 2006 APTPI Conference (see my new gallery: APTPI Conference 2006) by the way was not my first conference at all. I have been to APP Conferences in Las vegas and Amsterdam and OPP Seminar Weekends and so on … but this Conference in 2006 really was an important moment for everything I did and contributed to the BMXnet and so on … cause this conference was the first one where piercers and tattooists were teached together … one event for „all of the bodymod industry“. Makes sense and is only logical but so far all events I’ve attended were piercing OR tattoo. With BMXnet we took it one step further ans also included „common body modification“ such as all kinds of scarification, suspension and implants.[/lang_en]

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[lang_de]Auf dem Bild zu sehen ist übrigens Pat Tidwell, der auf dieser Conference zusammen mit Dave Gilstrap übrigens einen hervorragenden Vortrag zum Freehand-Piercen ablieferte.[/lang_de]

[lang_en]On this picture you see Pat Tidwell who, together with Dave Gilstrap, held an amazing freehand piercing class.[/lang_en]

Bild des Tages 12. Jan. 2010 - Pat Tidwell
Pat Tidwell @ APTPI Conference 2006

[lang_de]Interessant, übrigens ist das die Italiener mit ihrer ersten internationalen Conference 2009 nochmal das Zählen bei 1 angefangen haben … eigentlich ist die 2. Internationale Conference ja schon die 6. … nachdem 2007 keine statt fand und dann die 5. von Ende 2008 auf Anfang 2009 verschoben wurde![/lang_de]

[lang_en]Also interesting that this years „second international APTPI conference“ is indeed the 6th conference the APTPI did. in 2006 they had interpreters on site (also for foreign visitors) and improved that concept with their first international conference by having real time interpreters speaking over a radio so that there are always two languages available: italian and english![/lang_en]

APTPI 2009: Anodizing

Bleiben wir ein wenig bei „den Italienern“ … um meine Vorfreude auf die APTPI Conference nächste Woche noch ein bisschen zu steigern habe ich ja gestern schon eine Galerie der 2009er Conference online gestellt. Eigentlich wollte ich das Bild der „blutigen Toilette“ zum Bild des Tages machen, aber naja, es ist nen Tick zu eklig 😉
Wobei, es war natürlich kein Blut sondern einfach nur ne ordentliche Portion Rotwein-Kotze die liebevoll und großzügig bis in die kleinste Ritze verteilt wurde – der Hammer ist natürlich die Quelle des Übels – die leere Rotweinflasche – dann im Klo zu hinterlassen … ha ha ha … naja … dabei geht es auf der APTPI Conference verglichen mit der APP Con in Vegas noch gesittet zu – aber wo gefeiert wird, wird nunmal auch gereiert – OLE!

So, nun aber zum Bild des Tages – die Anodisier-Klasse und die große Frage „wann wird das Ding denn bunt“. Ja, Anodisieren ist nicht färben, da brauchts ein wenig Geduld und auch die richtige Spannung sollte eingestellt sein – aber nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten durfte dann noch der ein oder andere einen Titanring bunt machen. Wirklich ne tolle Sache – also nicht nur theoretisch zu erzählen, sondern die Piercer dann auch mal selbst ran lassen an den Anodizer. Ist übrigens weder besonders gefährlich, noch sonderlich schwer oder teuer – ich wünschte das farbige Titan käme wieder mehr in Mode und die Piercer wären „mutiger“ und würden im Shop selbst anodisieren – ist sicher interessant für den Kunden:

„Welche Farbe hätten sie gerne?“

„Blau!“

„OK!“ … einstell … tauch … „Fertig!“

Ich selber bin ja noch ein Neuling in der „Tattoo / Piercing-Szene“ (<- wie sehr ich diesen Begriff HASSE *lol*) und erst beruflich seit 1999/2000 damit zu tun … aber ich habe mir sagen lassen, dass früher ein jedes Studio, das etwas auf sich hielt eine eigene kleine Werkbank und Poliermaschinchen im Studio hatte … das sucht man heute mit der Lupe … klar, es ist bequemer aus nem Katalog fertig das zu bestellen was man braucht und die Auswahl ist auch größer usw. aber wenn man sich anguckt was für schicke Ohr- oder Intim-Projekte sich so mit angepasstem (zurecht gebogenem) Schmuck realisieren lassen und wie einfach Anodisieren und verschiedene Politur-Arten sind, denke ich es sollte wieder ein Stück hin zu dem individuellerem Piercing gehen … aber schaumama …

Bild des Tages 7. Jan. 2010
Bild des Tages 7. Jan. 2010 - Jonathan und Ana am Anodizer

Paul and Elayne @ APP

Das heutige Bild ist mal wieder nen Bild „nach Gefühlslage“; bald (in 2 Wochen) gehts zur APTPI Conference nach Mailand und diesmal wird keine Klasse ausgelassen … wenn ich ehrlich bin kann ich es kaum erwarten. Nachdem ich in den vergangenen Jahren meist keine Zeit hatte Conferences zu genießen weil ich entweder beruflich als Pressefritze für das Expand Magazin da war oder auf der Expo an einem Stand (Wildcat oder BMXnet eV 😉 stehen „durfte“ oder bei der Organisation eingespannt war (BMXnet Conferences), gehe ich dieses Jahr ganz frei von Pflichten zur APTPI und APP Conference (letzteres nur wenn es das Geld erlaubt).

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Jetzt aber zum Bild! Zu sehen sind Elayne Angel und Paul King – wer schon einmal das Vergnügen hatte wird es wissen – zwei der wunderbarsten Redner, die man vor sich haben kann. Beide bringen Inhalte nicht nur fachlich 1a rüber sondern auch charmant und witzig – immer wieder ein Vergnügen. Hier (APP Conference Las Vegas 2007) ging es übrigens um die „Modern History of Piercing“, also die Anfänge dessen was wir heute unsere „Piercing Kultur“ und auch Arbeitsweisen nennen. Wenn man genau hinguckt sieht man den Titel des aktuellen Sheets „Humble Beginnings…“ und die anfänglich verwendeten „Werkzeuge“ … Autsch!

Bild des Tages 3. jan. 2010
Bild des Tages 3. jan. 2010