Blut spenden mit Tattoo und Piercing …

[lang_de]Die Rahmenbedingungen um Blut spenden zu dürfen sind ja nun nicht gerade bekannt dafür besonders rücksichtsvoll oder individuell zu sein – können sie (vermutlich) auch nicht weil es ja immerhin um ein Medizinprodukt geht, besser gesagt um eine Bluttransfusion von Mensch A zu Mensch B.

Das ganze ist also eine heikle Sache und so ist man auch nicht zimperlich mit der Ausgrenzung von Risikogruppen. So umfasst die Liste der dauerhaften Ausschlusskriterien für eine Blutspende verschiedene Krankheiten (HIV, Hepatitis usw.) aber auch Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, männliche und weibliche Prostituierte und Männer, die Sex mit Männern haben (letzteres ist eher so ein Ding das ich nicht verstehen kann weil mit wem man Sex hat ist ja eigentlich unerheblich – warum sollte ein sich gegenseitig treues Männerpaar ungeeigneter sein als eine Mann/Frau Paarung? Das Risiko wäre doch eher die Anzahl der Sexual-Kontakte!? Aber dazu später mehr!).

Der eigentlich (für diesen Blog) wichtigere Teil sind die zeitweilige Ausschlusskriterien – hier kommen so Dinge zum Tragen wie Schwangerschaften, kürzlich vergangene Operationen und zu häufiges Blutspenden (Limit pro Jahr Mann = 6 und Frau = 4 mal) aber eben auch Piercing oder Tattoo, die in den letzten 4 Monaten gemacht wurden (früher mal 1 Jahr, in manchen Gebieten 6 Monate oder auch nur bezogen auf Träger von Intimpiercings (?) und so weiter).

[ad]

Die Begründung für das „Piercing- und Tatooverbot“ ist die so genannte diagnostische Lücke – das ist der Zeitraum zwischen einer Infektion und der (meist 99%igen) Nachweisbarkeit dieser durch einfache Blut-Tests. Bei einer HIV Infektion beträgt dieser Zeitraum z.B. 12 Wochen – in der Zeit hat im Falle einer Ansteckung der Körper genug Antikörper gebildet, die nachgewiesen werden können!

Soweit die Lage der Fakten und wie das eben so ist, wenn Statistik auf Realität trifft, kommt es zu „Ungereimtheiten“ – so führt gleichgeschlechtlicher Sex unter Männern sicher nicht zu HIV und ein Piercing nicht zu Hepatitis oder anderen Krankheiten aber es gibt eine irgendwie hergeleitete Wahrscheinlichkeit durch die dann eine solche „Risikogruppe“ gebildet wird. Der „Irrglaube“ das Aids eine „Schwulenkrankheit“ ist, hält sich in Deutschland dank des Transfusionsgesetzes hartnäckig und wird pauschal mit der Statistik der prozentual „Aidskranken Schwulen“ gestützt; im Klartext bedeutet das: Alles bleibt wie es ist solange der Prozentsatz an HIV-Infizierten unter Homosexuellen höher ist als in der übrigen Bevölkerung. Klingt „dumm“, ist aber gängige Praxis und wird als alternativloser Pragmatismus abgetahn. Das es anders geht, sieht man am beispiel selbst vermeintlich konservativer EU Staaten wie Spanien und Portugal, dort gibt es eine solche Beschränkung nicht (mehr).

Die ganze Sache mit der Statistik ist also ohnehin schon ein „Tanz auf dem Vulkan“ – aber ganz abenteuerlich wird es in Sachen Tattoo/Piercing – hier gibt es nämlich nicht einmal eine Statistik (ich habe lange recherchiert und nichts gefunden, wer mehr weiß möge sich bitte melden), ja nicht einmal eine einfache Erhebung wurde durchgeführt, sondern die bloße „technische“ Möglichkeit einer Ansteckung reicht. Die wollen wir an dieser Stelle ja auch erstmal grundsätzlich nicht in Frage stellen – die Haut ist nen super Schutz gegen z.B. HI Viren und beim Tätowieren und Piercen wird dieser Schutzmantel nunmal durchstoßen – bei der Fußpflege, im Nagelstudio und bei der Akupunktur und in zahlreichen anderen „Dingen des Alltags“ allerdings auch!? Wenn man also mal den „statistischen Gedanken“ konsequent weiter denkt, muss man sich als nächstes Fragen warum Küchenpersonal Blut spenden darf – statistisch haben die mit mehr (oft kleinen) Schnittwunden und Kratzern zu kämpfen als der Durchschnitt der Bevölkerung oder Hausfrauen? Ach, ja und überhaupt – HAUSFRAUEN, ja die Hausfrauen leben ohnehin gefährlich die dürften sowieso nicht spenden! Generell müsste man eigentlich Frauen komplett ausklammern, die haben prozentual gemessen am Rest der Bevölkerung häufiger Ohrringe, welche bekanntlich zu 99% mit Pistolen in einem (dafür eigentlich ungeeignetem) Juweliergschäft geschossen werden, wärend Piercing und Tattoo Studios hingegen inzwischen seit Jahren strengen Richtlinien und Hygienevorschriften unterliegen (das war sicher früher einmal anders – aber wir reden ja vom Hier und Jetzt!).

[ad]

Angesichts der stets knappen Blutreserven ist also dringend Handlungsbedarf und ausgerechnet die (konservativen) USA machen es vor! Dort hat man das Problem erkannt; im Bundesstaat Ilinois alleine wurden laut Auskunft der Blutspendecenter täglich ~150 Leute wegen Tattoo und Piercings abgelehnt und gut 25% der Bevölkerung dort (und evtl. sogar noch mehr) sind inzwischen tätowiert und/oder gepierct. Also gibt es dort seit kurzem eine Regulierung der Piercing und Tattoo Studios und die Blutspende-Richtlinien wurden der neue Situation angepasst. Wer sich dort unter professionellen (regulierten) Bedingungen hat tätowieren oder piercen lassen, kann schon am nächsten Tag (theoretisch zumindest, tatsächlich sollte man es ruhig angehen und erstmal nen Tag Pause machen 😉 …) Blut spenden: Getting A Tattoo No Longer Affects Blood Donation … andere Staaten wollen dem Beispiel folgen – ich bin gespannt!

Zu guter Letzt hätte ich jetzt gerne noch eine Statistik bemüht, hab aber leider keine entsprechende gefunden, also nenne ich es mal eine „gefühlte Statistik“ (passt ja gut in disen Blog) und überlasse die Antwort dem Leser! Was meinst du:

Nehmen wir mal die Gruppe der sich regelmäßig piercen und tätowierenden Menschen – wäre nicht eine statistische Mehrheit dieser jung (oder im besten Alter 😉 …), gesund (man muss / will ja sein Tattoo oder Piercing gut verpacken), vital und Körperbewusst? Wären das also nicht ideale Blutspender?[/lang_de]

[lang_en]No english translation yet – but it is about donating blood as a tattooed and pierced person which should be possible if it is done in a regulated enviroment just like Illinois did: Getting A Tattoo No Longer Affects Blood Donation[/lang_en]

Guinness Piercing Rekord

[lang_de]Alle Jahre wieder wird der Piercing Rekord gebrochen … mal der PlayPiercing Rekord (liegt irgendwo um die 2.500 in einer Session obwohls inoffiziell auch schon mehr als 3.000 gab) … naja und jetzt geistert grad wieder der „Piercing Rekord“ durch die Medien, die Messlatte wurde hier von 1.200 auf 1.501 gepushed! Obwohl ich hier auch von PlayPiercings sprechen würde weil die Nadeln zwar 1,2er waren (PlayPiercing nadeln sind ja „nur“ ~halb so stark) aber kein Schmuck eingesetzt wurde und die Nadeln nach dem Rekord direkt wieder entfernt wurden – naja – aber immerhin, ne ordentliche Leistung … nicht nur das als „Kunde“ zu verpacken, sondern auch vom Piercer das über Stunden hinweg konzentriert und ordentlich durchzuziehen!

Ansonsten eher sinnbefreit aber naja … immerhin bringts den Namen (für vermutlich ein paar Monate) ins Guinness Buch und immerhin das letzte Piercing hat er behalten … ole, ole! Glückwunsch!

Hier zwei der zahlreichen Artikel:

Rekord: 1.501 Nadeln in einem Körper [/lang_de]

[lang_en]And there is anothe piercing world record … enjoy:[/lang_en]

Wyoming man breaks most-piercing record with 1,501

[ad]

[lang_de]und NATÜRLICH das ganze von YouTube:[/lang_de]

[lang_en]Naturally it is also on YouTube:[/lang_en]

[lang_de]und der 2009er Rekord is natürlich auch auf YouTube:[/lang_de]

[lang_en]YouTube also has the 2009 Record ;-)[/lang_en]

[/lang_de]

Hörgerät Tunnel / Deafinite Style

[lang_de]Schwerhörig und gedehnte Ohren? Das ist ne zukunftsträchtige Mischung 😉 … wie eine Designstudie zeigt, kann man nach den bunt und hipp gestalteten Hörgeräten durchaus darauf hoffen ein modernes „Apple Design“ Gerät ins Ohr zu bekommen … oder auch nicht 😉

designaffairs.com – hearing aid – deafinite style

[ad]

Erinnert ein bissl an das blutbetriebene Elektro Tattoo und es zeigt das zumindest in Sachen Design die Leute sich schon damit beschäftigen das BodyMod keine Barriere, sondern eine Brücke darstellt! Ein Implant ist zwar nicht so klar „BodyMod“ wie ein gedehntes Ohr, aber ich freu mich jetzt schon auf die Ideen von morgen![/lang_de]

[lang_en]Deaf and stretched lobes? Well that is a promising combination if you belive our „future product designers“ … there is a study that after having hearing aid as transparent as possible or in trendy colours and such in the future you might just integrate it into your jewellery!

designaffairs.com – hearing aid – deafinite style

[ad]

I love those design studys even if they might never happen like the blood driven electro tattoo that made it into the news in 2008 … it’s nice to see that BodyMod is recognized as a bridge instead of a barrier! Well an implant is not so much clearly „BodyMod“ as an stretched Lobe is but the tendency is clearly visible and I can’t wait to hear from tomorrows ideas![/lang_en]

designaffairs.com - hearing aid - deafinite style
designaffairs.com - hearing aid - deafinite style

Biggest Piercing Ring

[lang_de]Ich werd ja ab und an mal gefragt was denn der größte und dickste Piercingring ist, den ich bisher gesehen habe. Bitteschön:[/lang_de]

[lang_en]From time to time ppl ask me what the biggest and thickest piercingring is that I have ever seen … well … here it is:[/lang_en]

[ad]

Biggest Piercing Ring
Biggest Piercing Ring

[lang_de]Der Innendurchmesser liegt bei etwas über 2m :-)[/lang_de]

[lang_en]It has a diameter of around 2 meters ;-)[/lang_en]

Vertical Labret

[lang_de]Ja, es tut weh! Aber nur ganz kurz 😉 … hier zu sehen Tobi (Wildcat Essen) wie er Ende 2004 „ScarletDragon“ ein vertikales Labret sticht – das Bild hab ich geschossen, hier gings darum ein paar Piercings und den Piercing-Vorgang in Bildern zu haben und zu erklären. Ebenfalls fürs EXPAND Magazin![/lang_de]

[lang_en]Jepp! It hurts! But only for a second ;-)) … Tobi (Wildcat Essen) pierces a vertical Labret on „ScarletDragon“ in 2004 – I took the picture when we made a documentary about different Piercings to explain and put them in EXPAND Magazine![/lang_en]

[ad]

Vertical Labret
Vertical Labret

Play Piercing …

[lang_de]Es gibt doch kaum etwas faszinierenderes als ein gut gemachtes PlayPiercing … das Shooting hat wirklich Spaß gemacht! Anfang 2008 haben Chris (Native Rituals, Hattingen) und ich ein paar Modelle zum verzieren und anschließendem Knipsen eingeladen. Die Bilder waren für einen Artikel im Expand Magazin, haben aber kräftig die Runde gemacht und waren auf ModBlog usw. zu sehen![/lang_de]

[lang_en]I think there is virtually nothing that is more faszinating than doing some PlayPiercing … THAT shooting was really fun! Begin 2008 Chris (Native Rituals, Hattingen – Germany) and I invited some models to pierce and shoot them 🙂 The pictures were made for an article in EXPAND Magazine, but also they made it to ModBlog and some other Mags![/lang_en]

[ad]

Play Piercing by Chris - Native Rituals
Play Piercing by Chris - Native Rituals

Die Piercing Bibel – von Elayne Angel

[lang_en]Sorry, no english yet![/lang_en]

[lang_de]Da ich Elayne ja Mitte Januar auf der APTPI Conference getroffen habe und auch ihren Vortrag besucht habe – hier einmal ein Artikel den ich letztes Jahr über ihr Buch, die Piercing Bible, geschrieben habe:

Elayne Angel - The Piercing Bible
Elayne Angel - The Piercing Bible

Es ist schwer einen Artikel über Piercings zu schreiben, der den Leser über Risiken informiert und alle Fakten und Wissenswertes zum betreffenden Piercing enthält, gleichzeitig aber nicht „zu viele“ Informationen preis gibt um nicht als „Do It Yourself“-Anleitung zu gelten. Das haben wir mit dem Expand auch schon erfahren dürfen, so absurd der Vorwurf auch scheinen mag, es gibt immer wieder Leute, die meinen, dass z.B. unser „expanded Piercing-ABC“ einer Anleitung gleich kommt. Eine Zwickmühle – so scheint es!
Dabei ist es im Grunde ganz einfach! Entscheidend sind die Herangehensweise und die Zielrichtung des Artikels. Man kann es nicht allen recht machen und man kann auch nicht verhindern, dass jede Art verfügbarer Information von „einfachen Gemütern“ als Anleitung oder gar Ausbildung begriffen wird. Darüber hinaus ist in Zeiten des Internets ohnehin eines massig verfügbar – und das ist „Information“; leider zu oft aus zweifelhafter Quelle oder gar widersprüchlich. Es ist also durchaus legitim und wichtig falsche oder riskante Informationen herauszufiltern und auch umfassend und „gut“ zu einem Thema zu informieren.
Dabei gibt es selbstverständlich immer verschiedene Wege zum Ziel, eine universelle Wahrheit oder der richtige Weg ist gerade beim Thema Piercing meist nicht gegeben.
Es gibt zahlreiche Wechselwirkungen in der Pflege, bei Schmuckeinsatz und -kombination und so weiter – deshalb sind einzelne Informationen vielleicht richtig, aber nicht allgemein anwendbar – da hilft nur umfassende Aufklärung.
Etwas, das wir im Expand isoliert für jedes Piercing oder einzelne Bereiche der Bodymodification versuchen, aber was es in vollem Umfang noch nicht gibt. „Nicht gab“, muss es jetzt heißen, denn genau das ist es, was die „Piercing-Bibel“ darstellt: Ein umfassendes Werk zum Thema Piercing.
Auf der ganzen Welt mag es vielleicht nur eine Hand voll Leute geben, die ein solches Werk aus eigener Feder aufs Papier bringen können oder sich überhaupt an ein solches Werk heranwagen würden. Elayne Angel hat es jetzt getan und es hätte wohl kaum eine besser geeignete Person geben können. Elayne ist ein „Piercingpionier“ mit mehr als 20 Jahren Erfahrung und (nach eigenen Angaben) sicher mehr als 40.000 gestochenen Piercings. Darüber hinaus hält Elayne schon seit mehr als 10 Jahren Vorträge zum Thema Piercing und Körperschmuck und schrieb bereits für mehrere Magazine Kolumnen und Artikel. Dort und in zahlreichen E-Mails beantwortete sie Fragen und engagierte sich beim APP in Sachen Fortbildung für Piercer und der Etablierung von Hygienestandards und Gesetzgebung.
Doch mit all diesen Aktivitäten über all die Jahre war es natürlich dennoch nicht möglich die „Masse“ an Leuten zu erreichen, die heute mit dem Thema Piercing zu tun haben und sich damit beschäftigen. Der logische nächste Schritt war also das Buch, ein umfassendes Werk zu Piercings, das eventuell 99% der Fragen auf über 300 Seiten beantwortet. Die Idee der Piercing Bibel war so schon vor einigen Jahren geboren – es hat verständlicherweise sehr lange gedauert, das Werk auf die Beine zu stellen.
Natürlich schreibt sich so ein Buch nicht alleine und zahlreiche Kollegen und „Größen der Szene“ haben Elayne dabei unterstützt. Die Liste der Unterstützer liest sich wie das Who-is-Who der Piercingwelt. Mit dabei sind (dem Expand Leser sicher bekannte Namen) Paul King, David Vidra, Bethra Szumski, Didier Suarez, Dominic Klumpe, Eric „Sque3z“ Anderson, Jason Pfohl, Erica Skadsen und einige mehr.
Das Buch ist in sieben Teile gegliedert, die es vom Aufbau sowohl erlauben bei generellem Interesse das ganze Werk einfach vom Anfang bis zum Ende durchzulesen als auch bei speziellen Fragen gezielt nachzuschlagen. Der erste Teil (The New Piercing) widmet sich dabei der Geschichte des Piercings, sowohl der historischen und ursprünglichen Form als auch der Geschichte des „modernen Piercings“.
Der zweite und dritte Teil (Groundwork and Preliminary Considerations und Piercing Preparation) richten sich an den „Piercingneuling“ und enthalten eine „Liste“ aller Dinge, an die man denken sollte und die man wissen sollte, bevor man sich an sein erstes Piercing heranwagt. In Teil 4 (The Holes) werden alle gängigen Piercings im Detail beschrieben und es wird auf ihre Besonderheiten eingegangen.
Hier finden sich dann z.B. Infos über mögliche Platzierungen und Schmuckgrößen und Formen für den Ersteinsatz und das spätere Tragen. Der fünfte Teil (Healing and Aftercare) widmet sich der Nachsorge und Piercingpflege und geht auch auf die gängigsten Beschwerden und Probleme dieser Phase ein und bietet allgemeine grundlegende Hilfen, wie man sein Piercing in den Griff bekommt. Den täglichen Umgang mit dem ausgeheilten Piercing und worauf man im Alltag achten muss beschreibt der sechste Abschnitt (Living with Your Piercing), wobei auch auf weitere „Optionen“ wie zum Beispiel das Dehnen eines Piercings eingegangen wird. Der letzte Teil des Buches (Piercing in Modern Culture) bietet einen Ausblick auf die Zukunft des Body-Piercings und beinhaltet auch einen Abschnitt, in dem es darum geht, wie man selbst ein Piercer werden kann und was dabei zu beachten ist.
Die ersten Reaktionen auf das Buch sind – je nachdem wen man fragt – sehr unterschiedlich. Das geht von: „Oje, wenn das Buch raus ist, gibt es auf einen Schlag 1.000 neue Piercer, die Sachen tun, die sie besser noch sein lassen sollten“, bis hin zu: „Sehr gut! Genau so etwas hat schon immer gefehlt – ein umfassendes Grundlagenwerk, das eine solide Basis bildet, auf der man aufbauen kann“. Vermutlich liegt die Realität irgendwo dazwischen – klar Aufklärung geht immer vor und der Bereich Piercing steckt voller unerkannter oder unterschätzter Gefahren. In der Wahrnehmung der meisten Leute ist ein Piercing ja „nur“ ein Loch irgendwo am Körper, wo dann Schmuck getragen wird und wenn man es nicht mehr will, dann nimmt man den Schmuck raus und das Loch schließt sich. Oberflächlich betrachtet sicher eine nette Zusammenfassung, aber schaut man einmal genauer hin, dann gibt es beim Piercing – im Vergleich zum Tattoo – doch viel mehr Risiken und Gefährdungen. Das geht vom Herausreißen und dem Hängenbleiben des Schmucks über heftige Narbenbildung, Wildfleisch und Herauswachsen bis zu bakteriellen oberflächlichen Entzündungen, aber im extrem seltenen Fall auch zu chronischen und folgenschweren Infekten. Dazu kommt der alltägliche Umgang mit Piercingschmuck. Sowohl der Träger als auch sein Umfeld oder behandelnde Ärzte müssen den richtigen Umgang damit lernen oder grundlegende Regeln beachten oder Risiken erkennen und richtig handeln. Dazu kommt, dass es „Märchen und Mythen“ gepaart mit Halbwissen und oberflächlichen Abhandlungen in die akademische und medizinische Literatur geschafft haben, und sich durch wiederholtes Rezitieren immer weiter festigen. Mit einigen dieser pseudowissenschaftlichen Irrläufern und Mythen räumt das Buch im Übrigen auf.
Das Werk ist also eigentlich „ein Muss“ für jeden Piercingbegeisterten, aber auch Skeptiker. Dabei bleibt es natürlich „nur“ ein Buch! Eine MENGE Leute haben bis heute ihre Piercings ohne dieses Buch bekommen und auch ohne dieses Buch „überlebt“ und wie anfangs schon geschrieben, gibt es immer viele Wege zum gleichen Ziel, aber einige Wege sind eben weniger steinig oder führen einfach schneller zum Ziel. Genau dabei hilft diese „Bibel“: Wege zu gehen, die erprobt sind und sich bewährt haben. Lösungen zu erfahren ohne Fehler der Vergangenheit wiederholen oder „erleiden“ zu müssen.
Das Buch hat – für den deutschen Markt und damit unsere Leserschaft – nur ZWEI Nachteile. Zum einen ist es komplett in Englisch und eine deutsche Übersetzung ist zwar in Arbeit, aber noch nicht in Sicht und zum Zweiten ist es (noch) sehr auf den Amerikanischen Markt und die Situation und Pflegegewohnheiten dort zugeschnitten. Es müsste also nicht nur übersetzt, sondern auch ein wenig überarbeitet werden um auch der deutschen (europäischen) Gemeinde eine Bibel zu werden. Allerdings sind die Unterschiede minimal und die Texte auch in Englisch noch recht gut verständlich – das Ding ist uns also eine Empfehlung wert! Dazu kommt, dass das Buch durchweg in schwarzweiß gedruckt ist und damit recht günstig zu haben ist. Der Normalpreis liegt bei 20 US-Dollar; bei Amazon ist es schon für rund 15 € inkl. Versandkosten zu haben, eine Summe die sicher jeder gerne investiert!
Zu guter Letzt noch der Hinweis: „Kids, don‘t try this at home!“. Das Buch ist eben KEINE Piercinganleitung! Wer danach sucht, sollte sich das Buch allerdings trotzdem kaufen, denn es ist sicher eine gute Basis, von der aus man sich darum bemühen kann den Beruf eines Piercers zu erlernen. Der erste Eignungstest kommt dabei gratis ins Haus, denn wer es nicht schafft 300 Seiten zum Thema so zu lesen, dass er sie fast auswendig kann, der sollte den Wunsch ein Piercer zu werden direkt wieder aufgeben.
Denn ein Piercer zu sein, bedeutet ein ganzes Berufsleben lang zu lernen und sich auf dem neusten Stand des Faches, der Hygiene und der Medizin zu halten um jedem Kunden das „beste“ und „richtige Piercing“ zu stechen.

www.piercingbible.com

[poll id=“3″]

[/lang_de]

New Piercing: „The Rolf“

[lang_de]Wenn dich dein Septum mal im Stich lässt und nachgibt, kein Problem! Das eröffnet nur Raum für neue Piercings! Rolf war Ende 2009 mal wieder bei Andrea (Deep Metal – Dortmund) und hat sich ein Piercing der besonderen Art machen lassen! Der Look an sich ist nicht neu, das Nose-Tip Piercing (oder Microdermals an der Stelle – ob schön oder nicht – gabs schon) im Prinzip ist es ja auch ein „Rhino-Piercing“, nur das eben das Septum nicht im Weg ist und die untere Kugel in der Nase verschwindet. Ich habe Rolf also mal böse von unten fotografiert – danke dafür das mitgemacht zu haben :)[/lang_de]

[lang_en]If your Septum rips and dies … no problem! It only opens room for a new piercing!! Rolf got a new piercing done (this time really new)  by Andrea (Deep Metal – Dortmund, Germany). The look is not really new (remember the Microdemals on that spot or piercings throu the stretched septum) and it looks kinda like a Rhino-Piercing only the lower ball has no septum in the way and goes in the nose. I took that picture at the APTPI from a little unfortunate angle – thanks to Rolf who was fine with it :)[/lang_en]

[ad]

Bild des Tages - Das "Rolf-Piercing"
Bild des Tages - Das "Rolf-Piercing"

Sanny’s PlayPiercing

[lang_de]Heute gehört mein Blog meiner besseren Hälfte – Sanny (Piercerin, Wildcat Gronau) – hier zu sehen bei einer Play Piercing Session am 2.2.2008 bei, von und mit Native Rituals (www.nativerituals.de), Hattingen. Die Play Piercings wurden alle von Chris gestochen, der Anlass war ein Artikel über Play Piercing im EXPAND Magazin, für das wir ein bissl Bildmaterial brauchten. Die Bilder sind dann auch gleich mal RICHTIG super geworden und haben es nicht nur aufs EXPAND Cover geschafft, sondern auch mehrfach in den ModBlog (einfach mal dort nach Native Rituals suchen 😉 …)[/lang_de]

[lang_en]English translation is coming soon …[/lang_en]

[ad]

Bild des Tages 10. Jan. 2010
Bild des Tages 10. Jan. 2010